Abfluss verstopft – warum muss ich das eigentlich selber machen?

gabihelmchen_Abfluss01     Veröffentlicht am 10.04.2015

Mindestens zwei mal im Jahr ist meine Badewanne verstopft. Nach Auskunft der Mietergemeinschaft, in der ich aus gutem Grund Mitglied bin, muss ich als Mieterin Verstopfungen in den Rohren bis zur Wand selber beseitigen. So weit, so schlecht. 

Es ist nie der Abfluss der Badewanne verstopft, sondern immer der Zulauf oder Ablauf in das Abwasser-Rohrsystem. So würde ich das mal beschreiben. Das bedeutet, ich muss 6 Kacheln der Badewannen-Ummantelung entfernen und dann im Schlamm herumstochern und diesen entfernen. Das ist nicht schön! Es stinkt, ist ziemlich ekelig und anstrengend. Meistens funktioniert es. Ich bin mir sicher, dass ich diese Verstopfungen nicht verursache, es muss eine Fehlkonstruktion sein. Das Gefälle stimmt nicht oder ein Knick ist zu scharf oder die Rohre sind alt oder oder oder. Einmal sagte ein Klempner etwas von einer Fehlkonstruktion, aber davon will meine Vermieterin natürlich nichts hören. Inzwischen habe ich alle möglichen Werkzeuge, sogar eine Spirale, mit der ich ganz weit ins Rohrsystem vordringen kann.

Letzte Woche läuft in der Küche das Waschbecken über. Mein Küche steht aber nur wenig unter Wasser, da ich nie die Wohnung verlasse, wenn die Waschmaschine läuft. Es ist also das Waschmaschinenwasser, was nirgends wo hin kann. So sucht es den Weg nach oben. Daraufhin suche ich die Verstopfung. Ich kaufe einen biologischen Rohrreiniger. Fülle ihn in das eine Rohr, warte 8 Stunden. Leider tut sich nichts. Ich benutze die Spirale. Ich komme aber nicht wirklich weit. Das ist es also noch nicht. Eine zweite Runde: Rohreiniger für einen Tag und eine Nacht im Rohr gelassen. Dann wieder die Spirale. Und diesmal denke ich, wenn ich noch ein bisschen weiter schiebe, kommt die Spirale auf der anderen Seite der Wand in der Badewanne wieder heraus. Na, so weit geht es dann doch nicht. An der Spirale klebt nur sehr, sehr wenig – ich nenne es mal – Schlamm. Keine Teereste (ich trinke eigentlich keinen Tee), keine Haare (ich wasche mir in der Küche nicht die Haare), keine Speisereste (die würden durch das Abflusssieb auch nicht hindurch rutschen). Ich lasse die Arbeit ruhen. Morgen noch einen Versuch und dann ist Schluss, dann müssen Profis kommen, die ich wieder bezahlen darf. Am nächsten Tag stochere ich mit der Spirale wieder ein wenig in den Rohren. Lasse mehrere Tassen Wasser in die Rohre laufen. Mit jeder Tasse Wasser, die wieder heraus läuft, kommt etwas mit: Mörtel, Steine, harte Teilchen und bröselige Teilchen. Wo kommen die denn her? Habe ich mit der Spirale doch das Mauerwerk durchstoßen? Keine Ahnung. Ich sammele die Teilchen in einem Glas. Als Beweismittel, frau weiß ja nie … Die Verstopfung ist beseitigt.

Leider überleben die beiden Dichtungsringe meine Rohrarbeiten nicht. Da muss ich provisorisch mit Gummiringen arbeiten. Geht aber. Irgendwie bin ich stolz auf mich, dass ich dieses Problem im wahrsten Sinne des Wortes gelöst habe. Aber ich frage mich schon: warum muss ich das eigentlich selber machen? Denn für mich ist dies der Beweis, dass das gesamte Rohrsystem nicht in Ordnung ist. Und das habe ich nicht gebaut.

gabihelmchen_Abfluss

2 Gedanken zu „Abfluss verstopft – warum muss ich das eigentlich selber machen?“

  1. jetzt würde mich ja interessieren, wie ging es weiter?
    ist die verstopfung beseitigt? kam der handwerker? wird eine neue leitung gelegt?

    fragen über fragen ……

    1. Es ging gar nicht weiter. Die provisorischen Gummiringe halten. Kein Tropfen Wasser kommt durch! Wenn der Handwerker das nächste Mal wegen der Badewanne oder der Gastherme kommt, werde ich ihm zeigen, was ich aus dem Rohr geholt habe. Bin gespannt, was er dazu sagt …

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