Asyl – Wohin geht Snowden?

gabihelmchen_snowden    Veröffentlicht am 01.07.2013    

Gerade konnten wir hören, dass Wladimir Putin über Menschenrechte sprach. Er bietet Edward Snowden Asyl an, wenn dieser zukünftig darauf verzichtet, den “US-amerikanischen Partnern” zu schaden. Das ist interessant, in mehrfacher Hinsicht. Dass Putin über Menschenrechte spricht, ist ein Hohn. Er tritt sie, wo er sie trifft. Das bedarf keiner weiteren Ausführungen, denn es gibt genügend Beweise für seine Menschenverachtung. Zum zweiten ist die Tatsache, dass Putin seine “US-amerikanischen Partner” schützen möchte doch sehr befremdlich. Seit wann hat er diese Partner? Und wer sind sie? Brauchen sie tatsächlich seine Unterstützung? Und wenn ja, wobei? Die Spekulationen sind müßig. Putins Beweggründe lassen sich nicht erschließen, weder durch Logik noch durch Erfahrungen. Putin muss Snowden Asyl anbieten, weil Snowden jetzt gerade im Moskauer Flughafen sitzt. Er kann ihn nicht elegant loswerden. Und unelegant geht auch nicht, denn die Welt schaut zu. Also darf Snowden bleiben, wenn er zukünftig schweigt. Ist das üblich? Asyl gegen wohlfeiles Verhalten? Kann sein. In dieser Liga wird auf einem anderen Niveau gespielt. Edward Snowden hat der Welt einen Gefallen getan. Die Welt schuldet ihm Dank. Auf den großen globalen Dank wird er verzichten müssen, denn er hat die USA angegriffen. Das ist unverzeihlich. Was wird Snowden jetzt machen? Wieso ist er nicht gleich weiter geflogen? Nach Venzuela oder Ecuador? In welchem Land könnte er sicher leben? Das weiß ich nicht. Aber eines weiß ich sicher: Russland ist das falsche Land. Wenn Snowden dieses Land zu seinem Asylland wählt, hätte ich kein Verständnis. Es muss eine andere Möglichkeit geben. Deutschland ist keine Alternative. Das müsste er wissen. Es gibt ein Auslieferungs-Abkommen. Dass sich Deutschland darüber hinwegsetzt, ist doch eher unwahrscheinlich.

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