Busreisen fast umsonst – wie geht das?

gabihelmchen_busreisen     Veröffentlicht am 28.11.2014

Vor einigen Jahren lautete die These: weg von der Straße auf die Schienen. Das war und ist sicherlich richtig. Wenn Bahnfahren aber teurer wird, werden sich nicht mehr Menschen auf den Schienen transportieren lassen. So entstehen immer mehr Fernreise-Busunternehmen. 

Menschen wollen (oder müssen) unterwegs sein. Und sie wollen (oder müssen) dafür möglichst wenig Geld ausgeben. Wie ist es möglich, bei steigenden Benzinpreisen, immer günstigere Bustickets anzubieten? Woran kann gespart werden? Ich gehe davon aus, dass die die vielen Busunternehmen nicht mit verkehrsuntauglichen, eigentlich ausgemusterten Bussen unterwegs sind. Nicht in Deutschland. Das wir der TÜV zu verhindern wissen. In einer halben Stunde am ZOB in Berlin fahren mindestens 10-15 Busse nach München, Dresden, Köln oder Hamburg. Und alle sehen nagelneu aus. Diese Investitionen müssen sich doch für die Unternehmen lohnen. Aber wie sollen sie sich amortisieren, wenn ein Ticket nur 8, 9 oder 13 € kostet? Wenn nicht an der Technik gespart wird, bleibt nur der Mensch. Das bedeutet in diesem Fall: am Personal, also am Busfahrer oder an der Busfahrerin. Ich weiß nicht, was sie verdienen. Ich kenne ihre Arbeitszeiten nicht. Und von ihren Arbeitsverträgen habe ich auch keine Ahnung. Aber es ist davon auszugehen, dass es weder viel noch angenehm noch vorteilhaft ist. Wahrscheinlich ist es ein Hungerlohn im Dreischichtsystem mit Knebelverträgen. Das müsste den Fahrgästen doch eigentlich ein schlechtes Gewissen machen. Tut es aber nicht. Sie freuen sich, dass sie so günstig von A nach B kommen. Da kann man ja öfter mal fahren … Also lautet die These heute: weg von der Schiene auf die Straße. Busreisen – billiger geht’s nicht.

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