Klimagipfel – alles so schön warm hier

gabihelmchen_Abendhimmel_kl     Veröffentlicht am 10.12.2015

Noch nie habe ich am 10. Dezember meinen Frühlings- und Herbstledermantel getragen. Da könnte mensch doch sagen: Ist doch toll. Kein Regen, kein Nebel, kein Schnee, keine Kälte. Und Weihnachten unter Palmen geht auch bald in unseren Breitengraden. 

Leider ist es nicht nur nicht toll – sondern sogar ziemlich schrecklich! Wir alle wissen schon lange (wenn wir es denn wissen wollen), dass das Klima sich massiv verändert. Durch die Dinge, die wir Menschen tun. Nicht alle und nicht jeder Mensch im gleichen Ausmaß, aber vom Prinzip her, ist dass, was jetzt kommt kein Schicksal. Nicht Gott (oder wer auch immer) gewollt. Klar, hat es erdgeschichtlich gesehen, immer wieder Eiszeiten gegeben und Hitzeperioden. Vielleicht ist jetzt eben mal wieder die Hitze dran. Und dann schmelzen eben die Pole, die Eisbären sterben aus, einige Megastädte werden überflutet und hinweg gespült. So ist das eben.

Es hat auf diesem Planeten, so weit wir wissen noch kein Lebewesen gegeben, dass aktiv in das Klima eingreifen konnte. Wir sind „die Krone der Schöpfung“ (oder wie das in anderen Religionen heißen mag – wobei: es gibt auch einige Glaubensrichtungen, da ist der Mensch nur Teil des Ganzen, nicht darüber stehend; also der Grashalm und die Ameise haben die gleiche Lebensberechtigung wie der Mensch – aber das führt jetzt zu weit …) … wo war ich? Ach ja, bei der Krone der Schöpfung. Also, wenn dem so wäre, dann würde ich eine gewisse Intelligenz erwarten. Ein gewisses Maß an Verantwortungsgefühl, vielleicht sogar Empathie.

Jetzt, in diesem Moment sitzen (um im Bild zu bleiben) gerade die Zacken der Krone in Paris beim Klimagipfel zusammen. Und können sich (zum ich weiß nicht wie vielten Male) nicht darauf einigen, die Welt zu retten. Das ist nicht nur schade und bedauerlich, das ist eine Katastrophe. Was glauben die eigentlich, wer sie sind? Einige sind tatsächlich gewählte VolksvertreterInnen, die anderen haben sich selbst ernannt oder geputscht oder Wahlfälschung begangen. Und trotzdem eint sie eines. Sie scheinen der festen Überzeugung zu sein: Nach mir die Sintflut. (Schon wieder so ein religiöses Bild.) Es geht auch moderner: Nach mir der Untergang. Vollkommen abgehoben, ohne jegliche Verantwortung geschweige denn Empathie. Und vor allem: absolut intelligenz-befreit.

Zur Zeit muss sich Europa mit der sogenannten „Flüchtlingswelle“ beschäftigen. (Na gut, es gibt eine kleine Pause, weil sie sich jetzt gerade mit dem Klima auseinander setzen müssen. Aber nach dem Klimagipfel in Paris ist wieder die „Flüchtlingswelle“ dran. Und sie werden weiter darüber nachdenken, wie diese Welle eingedämmt werden kann: durch Auffanglager, durch „sicher Herkunftsländer“, durch Zäune oder Mauern, durch Quoten, an die sich sehr viele europäische Staaten dann nicht halten werden. (Wozu sind diese Länder noch mal in der EU?)

Es wird in einigen Jahren oder Jahrzehnten Millionen von Klimaflüchtlingen geben. Werden die Damen und Herren PolitikerInnen dann verkünden, dass die Dürre in Afrika doch gar nicht so schlimm ist? Dass die Menschen wieder in ihre Herkunftsländer zurück kehren sollen, um dort das Klima zu ändern? Das Klima ist weder mit Zäunen noch mit Mauern oder Verordnungen aufzuhalten oder zu beeinflussen. Was wird den Zuständigen dann einfallen? Welche intelligenz-befreiten Vorschläge werden dann kommen?

Eine Kollegin meinte heute: Eigentlich haben wir doch Glück, dass wir erstens jetzt leben und zweitens nicht mehr jung sind. Denn wir sind die Nachkriegsgeneration, d.h. wir können uns glücklich schätzen, keinen Krieg erlebt zu haben. Und andererseits werden wir nicht mehr leben, wenn dieser ganze Planet untergeht. Das ist mal auf den Punkt gebracht. Und ganz schön schrecklich.

gabihelmchen_Sommergetreide
Für alle, die das Video nicht abspielen können, gibt es hier ein Standbild.

Sieht es so bald zu Weihnachten aus?

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