Mitbringsel – heute nicht mehr angesagt?

gabihelmchen_mitbringsel    Veröffentlicht am 26.09.2014

Ich habe Glück! Meine Freundin HA. bringt mir IMMER etwas mit. Egal wo oder wie lange sie weg war. So wie neulich von einem kurzen Wochenendtrip, da waren es Fotos von einem Kunstautomaten. Jetzt war sie gerade für 2 Wochen in der Bretagne. Und was habe ich als Mitbringsel bekommen? Eine absolut süße Tüte mit tollem süßem Inhalt! Ich liebe Kekse und Bonbons. Jetzt habe ich Kekse und Bonbons aus der Bretagne. Und eine Muschel von einer Küste, wo ich noch nicht war. Und so war ich jetzt doch irgendwie da.

Warum bringt jemand jemand anderem etwas aus dem Urlaub mit? Nur so? Um eine Freude zu machen? Weil das so gemacht wird? Die letzte Frage ist eindeutig mit „nein“ zu beantworten. Das ist heute nicht mehr so angesagt. Warum eigentlich nicht? Weil alle selber ständig irgend wohin fahren/fliegen und sich die Dinge selber mitbringen können? Früher waren die Menschen nicht so viel unterwegs. Wenn also jemand mal wo anders gewesen war, wurde etwas mitgebracht für die Daheimgebliebenen. Eine kleine Aufmerksamkeit als nette Geste. Um die Nicht-Reisenden an der Freude der Reisenden teilhaben zu lassen. Keine Demonstration à la „Schau her, wir waren unterwegs und haben dir etwas mitgebracht. Also sei dankbar!“ Sondern ganz schlicht: „Wir waren weg. Und es ging uns gut. Damit es dir auch gut geht, haben wir ein Mitbringsel für dich!“ Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Schade, dass das heute nicht mehr so üblich ist.

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Diese Tüte ist eigentlich Mitbringsel genug …
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… und drinnen sind Kekse, Bonbons, Muschel.

4 Gedanken zu „Mitbringsel – heute nicht mehr angesagt?“

    1. Ja und die Tüte erinnert mich an unsere früheren Obsttüten: „Eßt mehr Obst …“ Irgendwie aus einer anderen Zeit und doch zeitlos.

  1. Die Eßt mehr Obst-Tüten bekomme ich heute noch, wenn ich Kurzwaren auf dem Markt am Maybachufer kaufe. Ich hebe die immer auf und lasse Knöpfe und Bänder darin, bis ich sie verarbeitet habe. Mich erinnern die Obsttüten an den alten Tante-Emma-Laden meines Vaters. Da durfte ich den Kunden auch immer etwas einpacken. Sie bekamen dann ein Kartoffel oder eine Zwiebel in einer Papiertüte.

    1. In meinem Geburtsort gab es einen Obst- und Gemüseladen, der diese Tüten benutzte. Dieses Geschäft wurde „Hugo Banane“ genannt. Das war aber nicht bösartig, sondern nordfriesisch herb. Muss ich mal nachforschen, ob es den noch gibt und ob dort immer noch diese Tüten verwendet werden.

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