Wenn ein Pechtag eigentlich ein Glückstag ist

gabihelmchen_Glücksschwein     Veröffentlicht am 15.10.2015

Manche Tage sind ja wirklich so. Mensch mag es kaum glauben, was alles herunterfallen kann oder was alles nicht funktioniert oder was alles kaputt geht. Das könnte mensch einen Pechtag nennen. Andere Tage sind eigentlich genauso, aber mensch könnte sie auch als Glückstag bezeichnen. 

Zuerst wische ich mit meinem schwungvoll umgelegten Schal die Asche aus dem Aschenbecher. Handfeger und Schaufel holen, auffegen, entsorgen. Fertig. Dann fällt mir beim Reinigen der Espressokanne das Behältnis mit dem Kaffeesatz einfach aus der Hand. Fliegt durch die halbe Küche. Staubsauger holen, aufsaugen, mit einem Lappen feucht nachwischen. Fertig. Später bleibt die U-Bahn in einem Bahnhof stehen. Die Türen lassen sich nicht öffnen. Es kommt keine Durchsage. Ich sitze im ersten Wagen, der Fahrer kommt irgendwann heraus, läuft hektisch ans Ende des Wagens. Was immer er dort tut, es hilft nichts. Er geht wieder zurück in seine Fahrerkabine. Keine Durchsage. Das ganze zieht sich. Irgendwann sind es drei BVG-Angestellte, die durch den Wagen laufen. Mal hektisch, mal eher verzweifelt. Draußen steht eine vierter Mann mit einem Funksprechgerät und läuft am Zug auf und ab. Keine Durchsage. Nach circa. 40 Minuten werden die Türen geöffnet, wir müssen alle aussteigen. Nach weiteren 15 Minuten fährt dieser defekte Zug aus dem Bahnhof. Nach gefühlten 20 Minuten, es waren aber wohl nur 10, kommt eine fahrende U-Bahn und wir dürfen einsteigen. Einige Zeit später setze ich zuhause Kartoffeln auf. Gleichzeitig schreibe ich einen Artikel. Ich höre, dass das Kartoffelwasser kocht, gehe in die Küche, stelle die Temperatur herunter. Da ich nicht warten will, öffne ich den Deckel und gehe wieder zu meinem Artikel. Nach einiger Zeit fallen mir die Kartoffeln ein. Tatsächlich, ich habe es geschafft, dass das ganze Wasser verkocht ist und die Kartoffeln angebrannt sind.

Nach einem solchen Tag könnte Mensch sagen: das ist aber ein richtiger Pechtag. Mensch kann aber auch sagen: meine Güte, heute habe ich aber wirklich viel Glück gehabt: es hätte mir mein Lieblingsglasaschenbecher herunterfallen und in tausend Stücke zerbrechen können. Und der Kaffeesatz hätte samt Behälter in meinen Obstsalat fallen können. Den hätte ich dann auch wegwerfen müssen. Und die U-Bahn hätte mitten im Tunnel stehen bleiben können. Die Funksprechgeräte wären ausgefallen und der nachfolgende Zug hätte den stehenden gerammt. Und zum Schluss wären die Kartoffeln dermaßen in dem Kochtopf verbrannt, dass ich erstens keine Kartoffeln mehr hätte essen können und zweitens den Kochtopf hätte wegwerfen müssen. Also, Alles in Allem war das doch ein richtiger Glückstag!

gabihelmchen_Glücksschwein

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