Wenn Frauen klauen: die Brille – Teil 2

gabihelmchen_brillenklau    Veröffentlicht am 12.07.2014

Vor etwas mehr als 2 Wochen wurde mir in einer Arztpraxis von einer Frau meine Brille geklaut. Vorgestern bekam ich von einer der großen Optiker-Ketten eine SMS mit der Mitteilung, dass meine neue Brille fertig ist. Ich war sehr gespannt, ob mir das vom mir ausgesuchte Modell immer noch gefällt. Nach nur 30 Minuten kam eine junge Optikerin mit meiner neuen roten Brille. Ja, ich finde sie immer noch gut. Abgesehen davon, dass mir Brillen überhaupt nicht stehen, ist diese doch ganz passabel. Überraschung: ich sehe NICHTS! Nein, das stimmt nicht. Ich sehe durch den oberen Teil in die Ferne, also die Optikerin ist brillant, der Raum auch, fast ist es überscharf. Aber ich kann nicht lesen. Die Schrift ist total verschwommen. Egal, wie weit weg ich den Probelesezettel halte: es wird nicht schärfer. Oder doch? Vielleicht in der einen Ecke mit dem rechten Auge? Das kann doch nicht wahr sein. Was ist mit meinen Augen passiert? Seit dem Brillenklau arbeite ich am Computer mit meiner Lese-Ersatzbrille. Sind dadurch meine Augen in 2 Wochen so viel schlechter geworden? Das gibt es doch gar nicht. Die Optikerin fragt einen Kollegen, sie telefoniert, sie recherchiert im Internet. Zwischendurch muss ich die Brille immer wieder aufsetzen, sie macht neue rote Punkte auf das Glas, überprüft diese in einer Tabelle, schaut mit immer wieder in die Augen. Einmal, während sie weg ist, nehme ich mir einen Flyer. Versuche zu lesen und stelle fest: wenn ich nicht die Augen oder den Kopf bewege sondern das Papier, gibt es in einem sehr kleinen Bereich eine gewisse Schärfe. Ich überprüfe das mit einem anderen Zettel. Tatsächlich gibt es ein Fenster durch das ich scharf sehen kann, vielleicht sogar mit beiden Augen. Aber das kann ja wohl nicht so gemeint sein. Als die Optikerin zurück ist, teile ich ihr meine Entdeckung mit. Sie zeigt mir eine Grafik auf der der Schliff dieses Glases abgebildet ist. Der orangene Bereich durch den ich „gut“ sehen soll, hat die Form eines Pilzes: oben breit, in der Mitte schmal, unten wieder etwas breiter. Ich schaue sie zweifelnd an. „Ich soll durch dieses schmale Fenster am Computer arbeiten und lesen können? Ich kann doch den Computer nicht von rechts nach links schieben. Das geht so gar nicht. Das ist eine Fehlkonstruktion!“ – „Ich schicke die Brille zurück. Sie bekommen Gläser eines anderen Herstellers, die sind anders aufgebaut.“ – „Aha …“ Wir reden noch ein wenig hin und her, wünschen uns ein schönes Wochenende. Und wenn die Brille mit den neuen Gläsern fertig ist, bekomme ich eine SMS und wir sehen uns wieder.
Erst als draußen bin, fällt mir eine Freundin ein, die mich vor circa 2 Monaten vollkommen aufgelöst anrief und mir erzählte, dass sie durch ihre neue Brille überhaupt nichts sehen kann. Es klang ein bisschen so, als ob ich Schuld wäre, da ich sie zu dieser Filiale der Optiker-Kette überredet hatte und auch beim Aussuchen dabei war. Auch sie bekam die Brille nach erneutem Einschicken mit anderen Gläsern. Inzwischen kann sie gut damit sehen. Schön, dann gehe ich mal davon aus, dass das bei mir auch so sein wird.
Ich weiß nicht, ob die 1. Gläser billiger sind. Ich kenne den Grund nicht, warum wir beide zunächst nichts sehen, und erst dann die anderen Gläser bestellt werden. Ob andere Menschen mit den 1. Gläsern sehen können, weiß ich auch nicht. Aber wenn ich meine Brille abhole, werde ich das mal hinterfragen. Falls es da ein Prinzip gibt, würde ich das gerne kennen. Im Moment komme ich mir irgendwie ein bisschen verarscht vor. Und das mag ich gar nicht …
Wenn Frauen klauen – Teil 1

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